News 01/2012, Februar 2012
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SBF, Martin Fischer
Kommunikationschef
T +41 31 322 96 90
SBF News, Februar 01/2012Informationen aus dem Staatssekretariat für Bildung und Forschung
EditorialSehr geehrte Leserin, Was sind die in unseren Tagen gefragten „Skills“, welche Bildung vermitteln soll? Im Idealfall wohl all die Fähigkeiten, die es braucht, um später einen Beruf auszuüben, um auf dem Arbeitsmarkt Erfolg zu haben, um sich als selbständiges Individuum in der Gesellschaft entfalten zu können. Die zahlreichen jungen Leute, die in der Schweiz den Weg der Berufsbildung einschlagen, die im Anschluss an die obligatorische Schule einen Beruf erlernen, erhalten diese Kompetenzen zweifellos vermittelt, denn sie sind auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten als motivierte Arbeitnehmer sehr gefragt. Bei diesen beiden Ausbildungswegen geht es einerseits um verschieden gelagerte Interessen der Menschen: die einen ziehen früh das Konkrete den Büchern vor, die andern das Lesen und Studieren dem Konkreten. Es geht anderseits auch um unterschiedliche Tempi bei der Ausbildung: wenn sich soviele Menschen in der Schweiz weiterbilden, dann hängt das auch damit zusammen, dass manche und mancher das Interesse für die Schulbank zu einem späteren Zeitpunkt wieder entdeckt. Was das Schweizer Bildungssystem betrifft, so sollte es auch künftig beiden gleichermassen berechtigten Ansprüchen dienen und den zeitlich unterschiedlichen Abstufungen der Bildungswege Rechnung tragen. Oder, um ein Wort aus der Antike frei zu übersetzen: „In medio stat virtus“ – die Wahrheit und der Erfolg liegt in der Mitte.
Mauro Dell’Ambrogio | ||||||
Durchführung der Ressortforschung im Jahr 2010 (Mio. CHF, Total 247 Mio. CHF) |
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1 Y compris les activités de recherche des trois stations fédérales de recherche agronomique réunies sous le nom d’agroscope
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Der Steuerungsausschuss ist sich bewusst, dass der Nutzungsaspekt der Ressortforschungsresultate eng mit dem Verständnis von Qualität in der Forschung verbunden ist. Er befürwortet die Erhebung von Daten, um punktuelle Aussagen über den Nutzungsgrad der Forschungsergebnisse zu erhalten. Ein entsprechendes Konzept für die Berichterstattung und das Controlling der Nutzung, welches die Datenbank ARAMIS ergänzt, wird im Rahmen der Prüfung der Aktualisierung der Qualitätssicherungsrichtlinien konkretisiert.
Der Steuerungsausschuss begrüsst die Empfehlung, den Mitarbeitenden der Ressortforschungsämter vermehrt die Möglichkeit zur Zusammenarbeit und zum Austausch mit Forschenden des Hochschulbereichs oder zur Weiterbildung anzubieten. Er erachtet es als sehr wichtig, dass den Bundesinstitutionen der Zugang zu State-of-the-art Wissen über wissenschaftliche Inhalte und Methoden sowie zu den Netzwerken der wissenschaftlichen Gemeinschaft an den Hochschulen ermöglicht wird, um als kompetente Partner auftreten zu können.
In den Forschungskonzepten 2013-2016 soll das Potential der Zusammenarbeit mit dem Hochschulbereich aufgezeigt werden. Mit Blick auf die Erstellung dieser Forschungskonzepte für die einzelnen Politikbereiche wurden Grundsätze erarbeitet mit dem Ziel, eine gegenseitige Bezugnahme und Harmonisierung der Inhaltsstruktur zu erreichen. Die Qualitätssicherung wird zwingend und mit konkreten Zielen in den Konzepten dargestellt. Die Forschungskonzepte werden den zuständigen parlamentarischen Kommissionen für die Beratung der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2013-2016 zur Verfügung gestellt.
Kontakt
SBF, Daniel Marti
Wissenschaftlicher Berater Nationale Forschung
Multilaterale Forschungszusammenarbeit
T + 41 31 322 96 71
Weiterführende Informationen:
- www.ressortforschung.admin.ch
Vernetzte Schweizer Nanotechnologie-Forschung
Der Aufbau und die Pflege eines Schweizer Ablegers eines internationalen Forschungsnetzwerks zahlen sich offensichtlich aus. Die positiven Effekte reichen von neuen nationalen Kooperationen über „brain gain“ bis hin zur Bildung von Konsortien, welche gemeinsam neue Forschungsprogramme beantragen.
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- Ein mit einem Kohlenstoff-Nanoröhrchen verankertes
Eisenoxid-Nanoteilchen. Weiterreichendes Ziel solcher
Experimente ist die Charakterisierung der Grenzflächen
von in elektronischen Bauteilen integrierten Nanoröhrchen.
Forschende aus 23 Ländern, darunter die Schweiz, arbeiten zusammen in einem internationalen Forschungsprogramm mit dem Titel “Designing novel materials for nanodevices - from Theory to Practice (NanoTP)”. Dieses Programm hat zum Ziel, neue Nanomaterialien von hoher technologischer Relevanz zu entwickeln. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzen die Forschenden COST (European Cooperation in the Field of Science and Technology), eine Initiative, welche einen Rahmen für die europaweite Zusammenarbeit und Koordination von nationalen Forschungsaktivitäten in allen Bereichen der Wissenschaft und Technologie bietet. Die entsprechende COST Aktion wurde im Jahr 2009 gestartet und dauert bis 2013.
Die Schweizer Vertreter in der Programmleitung, Dr. Rolf Erni (EMPA) und Prof. Miroslav Haluska (ETH Zürich), arbeiten mit weiteren 13 Forschenden aus der ETH Zürich, der EMPA, der EPF Lausanne und der Universität Basel in den verschiedenen Arbeitsgruppen der COST Aktion mit. Zudem pflegen sie ein ergänzendes Schweizer Netzwerk zum gleichen Thema.
Das SBF unterstützt drei Forschungsprojekte im Rahmen dieser COST Aktion mit jährlich insgesamt rund 170 000 Franken und fördert damit zwei Doktorierende und einen PostDoc während rund drei Jahren. Eine weitere mit diesen Projekten eng verbundene Doktorarbeit wird vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert und an der EMPA ausgeführt. Einer der beteiligten Forscher (Rolf Erni) konnte diese COST Aktion auch nutzen, um nach einem langjährigen Auslandaufenthalt wieder in der europäischen Forschungsgemeinde Fuss zu fassen. Auch wissenschaftlich zahlt sich die Teilnahme an der COST Aktion aus; bereits im zweiten Jahr der Aktion konnten erste Forschungsresultate in namhaften Zeitschriften publiziert werden.
Im April 2011 wurde an der EMPA ein eintägiger Workshop mit rund 30 Teilnehmenden organisiert, der dazu diente, die in der Schweiz zu diesem Thema laufenden Aktivitäten zu bündeln und weitere zu planen. Verschiedene bisher unabhängig arbeitende Schweizer Forschungsgruppen bildeten neue Kooperationen. Ein sehr erfreuliches Resultat der Schweizer Beteiligung an dieser COST Aktion und des Workshops ist, dass eine erweiterte Gruppe im Januar 2012 beim Schweizerischen Nationalfonds eine Projektskizze für einen künftigen Nationalen Forschungsschwerpunkt (NCCR) eingereicht hat.
Es dürfte schwierig sein, die Auswirkungen dieser COST Aktion auf die nationale Zusammenarbeit in diesem Forschungsbereich und auf die Qualität der Forschung in einen finanziellen „Return on investment“ umzurechnen. Dass die hier geschilderten Effekte aber essentiell sind für eine gute internationale und nationale Aufstellung der Schweizer Forschung, ist sicher unbestritten.
Kontakt
SBF, Eva M. Klaper
Leiterin COST Schweiz
T +41 31 322 96 67
Neue Generation der EU-Forschungs- und Bildungsprogramme
Ab 1. Januar 2014 werden die laufenden EU-Forschungs- und Bildungsprogramme, an denen die Schweiz beteiligt ist, von einer neuen Programmgeneration für die Jahre 2014–2020 abgelöst. Im November 2011 hat die Europäische Kommission unter den Titeln «Horizont 2020» und «Erasmus für alle» zwei Vorschläge für die künftigen Programme in den Bereichen Forschung und Innovation bzw. allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport vorgelegt.
«Horizont 2020» soll das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (Budget 50,5 Mia. EUR) ersetzen und Teile des Programms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation CIP (3,6 Mia. EUR) und das Europäische Institut für Innovation und Technologie EIT (2 Mia. EUR) einschlies-sen. Das gemäss Vorschlag der Europäischen Kommission mit einem Budget von knapp 90 Mia. Euro für die Jahre 2014–2020 ausgestattete neue Programm umfasst drei Schwerpunkte – Wissenschaftsexzellenz, führende Rolle der Industrie und gesellschaftliche Herausforderungen – und soll vermehrt auch Innovationsaspekte einbeziehen. Die Programmstruktur wird gegenüber heute etwas verändert und gestrafft, bestehende Förderinstrumente wie die Marie-Curie-Massnahmen und die Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) sollen beibehalten werden.
Im Bereich Jugend und Sport schlägt die Kommission ebenfalls eine Programmstruktur mit drei Schwerpunkten – Lernmobilität, Zusammenarbeit, Unterstützung politischer Reformen – sowie ein erhöhtes Budget vor. Gegen 19 Mia. Euro sollen in das Programm «Erasmus für alle» fliessen, das die heutigen Programme «Lebenslanges Lernen» und «Jugend in Aktion» sowie das Programm «Sport» und fünf weitere Programme zur Förderung der aussereuropäischen Zusammenarbeit im Bildungsbereich umfassen wird. Die Fördermassnahmen für die Zusammenarbeit mit aussereuropäischen Ländern bieten interessante Möglichkeiten für die Umsetzung von gemeinsamen Master-Studiengängen oder Projekten zur Modernisierung der Hochschulbildung. Die Mobilität bildet weiterhin den Kern des künftigen Programms. Zu den Neuerungen zählen die Schaffung eines europäischen Finanzinstrumentes für Studiendarlehen, das Studierenden erlaubt, ein vollständiges Master-Programm in einem anderen europäischen Land zu absolvieren, und zwei neue Programmaktionen zur Verstärkung der Verbindung zwischen Bildung und Unternehmen.
«Horizont 2020» und «Erasmus für alle» werden nun im Rat der EU und im Europäischen Parlament beraten und sollen im Laufe des Jahres 2013 verabschiedet werden. Vermutlich wird das Budget der beiden Programme bei den Beratungen noch vermindert, die wichtigsten Neuerungen der Programmstruktur dürften jedoch wie vorgeschlagen genehmigt werden. Zurzeit enthalten die beiden Vorschläge noch keine Einzelheiten zur Umsetzung der verschiedenen Aktionen. Diese werden rechtzeitig für die ersten Programmausschreibungen 2014 vorliegen.
Kontakt
SwissCore,
Florence Balthasar, European Advisor for Education
Stephan Kuster, European Advisor for Research
T +32 2 549 09 80
Investitionen in die Universitätslandschaft Schweiz
Géopolis, der Neubau der Universität Lausanne für die Geistes- und die Umweltwissenschaften, soll auf den Beginn des Studienjahres 2012/2013 hin fertiggestellt werden (Luis Ferreira©Unil).
Zuständig für die Umsetzung des Bundesgesetzes über die Förderung der Universitäten und über die Zusammenarbeit im Hochschulbereich, hat das Staatssekretariat für Bildung und Forschung im Jahr 2011 in knapp 90 Teilzahlungen insgesamt rund 49 Mio. CHF in die Bautätigkeiten der Schweizer Universitäten investiert.
Der im Berichtsjahr höchste Bundesbeitrag (13,7 Mio. CHF) ging an die Universität Lausanne als Teilzahlung an das Projekt Géopolis, ein Neubau in Dorigny, der die Geisteswissenschaften und die Umweltwissenschaften beherbergen wird. Mit rund 7,3 Mio. CHF unterstützte das SBF den Neubau des Berner Universitätsgebäudes für die Philosophisch-humanwissenschaftliche Fakultät auf dem Von-Roll-Areal und den Umbau der dort bestehenden Weichenbauhalle zu einem Hörsaalgebäude. Gut 5,6 Mio. CHF wurden nach Genf ausbezahlt, wo das Centre médical universitaire (CMU) in einer 5. Etappe zugunsten der Pharmazie, der Zahnmedizin und des Schweizerischen Instituts für Bioinformatik SIB erweitert wird.
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Im Jahr 2011 vom SBF gemäss Universitätsförderungsgesetz
ausbezahlte Investitionsbeiträge (Mio. CHF, Total 49 Mio. CHF)
Sind all diese Projekte noch nicht abgeschlossen, so konnten 2011 an drei Standorten bedeutende universitäre Infrastrukturen ihrer Bestimmung übergeben werden. In Luzern wurde das entsprechend umgebaute ehemalige Postbetriebsgebäude als neues Zentrum der Universität eröffnet (Bundesbeitrag: ca. 49 Mio. CHF). In St. Gallen fanden die Sanierung und Erweiterung des HSG-Campus sowie der Neubau einer Sporthalle den Abschluss (Bundesbeitrag: ca. 23 Mio. CHF). Und eröffnet wurde 2011 schliesslich auch das neue Gebäude des Hochschulinstituts für öffentliche Verwaltung IDHEAP in Lausanne (Bundesbeitrag: rund 7 Mio. CHF).
Kontakt
SBF, Urs Zemp
Wissenschaftlicher Berater Universitäten
T +41 31 322 76 30



