Staatssekretariat für Bildung und Forschung
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Bilaterale Programme des Bundes zur Förderung der Forschungszusammenarbeit mit Schwerpunktländern

Bisher war die internationale Wissenschaftspolitik des Bundes fast ausschliesslich auf die Zusammenarbeit mit Europa und Nordamerika fokussiert. In der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 hat der Bund nun einen zusätzlichen Schwerpunkt gesetzt: die strategische Konzentration auf Länder, die über ein bedeutendes wissenschaftliches und technologisches Entwicklungspotenzial verfügen. Mit den acht aussereuropäischen Partnerländern China, Indien, Russland, Südafrika (einschliesslich der Forschungsinstitute an der Elfenbeinküste und in Tansania) sowie Japan, Südkorea, Brasilien und Chile sollen im Einvernehmen mit der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten die wissenschaftspolitischen Beziehungen gezielt erweitert und vertieft werden. Mit diesen Ländern sind Rahmenabkommen abgeschlossen worden oder befinden sich in Vorbereitung.

Die bilateralen Forschungsprogramme haben einerseits zum Ziel, die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem entsprechenden Partnerland in für beide Länder strategisch wichtigen Forschungsgebieten zu stärken. Anderseits soll die internationale Vernetzung der Schweizer Hochschul- und Forschungsinstitutionen gefördert sowie deren Anerkennung im Ausland gestärkt werden.

Seit dem Start der bilateralen Projekte mit Brasilien und Chile in der ersten Jahreshälfte 2010 sind nun Forschungskooperationen mit allen acht genannten Ländern im Gang. Im August 2010 haben die mit der Organisation der Programme beauftragten Leading Houses und Koordinationsstellen in der Schweiz ihre ersten Zwischenberichte eingereicht. Die bisherige Bilanz fällt sehr positiv aus.

Unter den acht vom Bund lancierten bilateralen Förderprogrammen laufen über 100 gemeinsame Forschungsprojekte (Joint Research Projects, JRP). Diese Projekte wurden nach den Kriterien der wissenschaftlichen Exzellenz und dem Potenzial zum Aufbau von nachhaltigen Partnerschaften evaluiert. Sie werden nach dem Prinzip der Matching Funds finanziert, d.h., dass sich die beiden Partnerländer in gleichwertigem Mass an der Projektfinanzierung beteiligen. Bis jetzt werden im Rahmen der acht Programme über 260 Austauschprojekte (Faculty Exchange, Student Exchange und Joint Utilization of Advanced Facilities) gefördert. Zusätzlich konnten bislang auch über 20 Partnerschaften zwischen Bildungs- und Forschungsinstitutionen unterstützt werden.

Die acht Zusammenarbeitsprogramme sind in der Schweizer Hochschul- und Forschungslandschaft breit abgestützt: neben den kantonalen Universitäten und den Eidgenössischen Technischen Hochschulen sind weitere Institutionen wie etwa die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL und die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA sowie Schweizer Fachhochschulen und private Unternehmen an den Programmen beteiligt.